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Der Sprung in die Erwachsenenwelt

Lernen aus dem Alltag mit Paul

Wollen wir, dass sich unsere Kinder im Verhalten verändern, so müssen wir zuerst unser Verhalten verändern. Und das geht nicht so flott, wenn man bedenkt, dass ein Veränderungsprozess mindestens ein halbes Jahr dauert und mit unzähligen „Rückschlägen“ verbunden sein kann. Zu spät ist es auf jeden Fall nie, egal wie alt unsere Kinder sind.

Vielleicht können die geschriebenen Zeilen von Eltern, aus meinem letzten Blogg, auf dem gemeinsamen Weg unterstützen. Wir können auch regelmässig an Veranstaltungen zu diversen Themen für Eltern teilnehmen. Auf jeden Fall passiert es nicht einfach so!

„Bis im Alter von ca. 5 Jahren bildet sich ein Mensch seine persönliche Meinung über das Selbstbild, das Selbstideal sowie das Weltbild und schliesst daraus für sich logische Schlussfolgerungen.“ In den Folgejahren geht es hauptsächlich um das Revidieren dieses Lebensstils, wenn nötig. Und spätestens mit dem Beginn einer Berufsausbildung wird dies sehr zentral.

Im Begleiten von Kindern gibt es für mich kein richtig oder falsch. Hauptsache wir tun es und vor allem und umso wichtiger, dass wir als Eltern bereit sind unser eigenes Verhalten zu reflektieren und wenn nötig zu verändern und das so rasch als möglich. Natürlich empfindet jeder sein Tun als das einzig richtige und so gibt es unzählige Diskussionspunkte, wenn es um das Thema Kind geht.

Ich persönlich habe mich für das Begleiten meiner Kinder und gegen das Erziehen entschieden. Denn Gras wächst ja bekanntlich auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Oder? Ich wünsche mir, dass es bald zu einer Revolution kommt bezüglich dem Begriff „Erziehung“.

Erinnern Sie sich auch an Geschichten aus dem Alltag, die Sie heute anders angehen würden? Ich schenke Ihnen in meinen nächsten Bloggs ein paar Alltagsgeschichten, jedoch vorerst ohne Fortsetzung, und lade Sie dazu ein, sie zu kommentieren.

Paul sagt: „Mama, ich muss jetzt mal noch Wäsche waschen.“, rennt ins Badezimmer und beginnt die schmutzige Wäsche aus dem Wäschekorb zu nehmen um sie anschliessen zur Waschmaschine zu bringen. Eigentlich hatte Mama gar nicht vor zu waschen und in 30 Minuten darf Paul in die Kinderkrippe. Und jetzt? Was tun?

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Der Sprung in die Erwachsenenwelt

Du bist, so wie du bist, gut genug!

Der Lernende, welche ich in meinem letzten Blogg beschrieben habe, ist auf dem Weg. Wohin er führt ist ungewiss aber woher er kommt, das ist im Herzen und nicht wegzumachen. Die Erfahrungen vor allem aus der frühen Kindheit und anschliessenden Schulzeit prägen nachhaltig.

Bis im Alter von ca. 5 Jahren bildet sich ein Mensch seine persönliche Meinung über das Selbstbild, das Selbstideal sowie das Weltbild und schliesst daraus für sich logische Schlussfolgerungen. Dieser Lebensstil begleitet uns unbewusst durch unser Leben und wird meist in ungünstigen oder schwierigen Lebenssituationen deutlich sichtbar. Wir sind unbewusst auf der Suche nach der Bewahrheitung unserer damals gemachten Meinung.

Als Eltern und direkte Bezugsperson von unseren Kindern, tragen wir wesentlich zu diesem Lebensstil bei. Und da wir wiederum die Kinder unserer Eltern sind, haben auch wir unseren persönlichen Lebensstil in früher Kindheit entwickelt.

Und so schenke ich Ihnen heute ein paar Zeilen, geschrieben von Eltern an Ihr Kind…

„In Dir schlägt das Herz, von dessen Herzen Du kommst,
doch bist Du ein einzigartiger Mensch.
Du wirst Ähnlichkeiten mit anderen finden,
aber dich wird es nur einmal geben.
Es wird Momente im Leben geben, wo wir uns gegenseitig brauchen
und Momente, wo wir alle unseren eigenen Weg gehen.
Wenn Du uns brauchst sind wir für dich da.
Wir ermutigen dich dazu neugierig die Welt zu entdecken.
Nimm Dein Leben in die Hand und gestalte es.
Wir werden dich dabei begleiten, wann und wie Du es möchtest.
Deine getroffenen Entscheidungen wollen wir respektieren.
In Gedanken sind wir bei Dir und freuen uns sehr,
dass es dich gibt!“

Was würden Sie Ihrem Kind schreiben?

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Der Sprung in die Erwachsenenwelt

HINWEIS: In meinen Berichten schreibe ich der einfachheitshalber in der männlichen Form.

Der Lernende – Wer ist das?

Der Lernende ist eine Persönlichkeit, welche sich nach 9 obligatorischen Schuljahren, evtl. mit angehängtem 10. Schuljahr, für eine berufliche Grundausbildung entscheidet. Ebenso verfügt er über gemachte Erfahrungen aus seiner Kindheit und Schulzeit innerhalb seines persönlichen Umfeldes.

Der Lernende betritt ein neues Umfeld und verlässt den bis dahin gekannten Rahmen der Schule und Familie. Sein weiterer Weg ist oftmals noch ungewiss. Die meisten Lernenden stecken mitten in der Pubertät und wie Sarah Zanoni (ehem. Renold) in ihrem Praxisbuch Achtung, Teenager! schreibt, «Die Pubertät gilt neben dem Kleinkindalter als die prägendste Phase im Leben eines Menschen. Man spricht deshalb auch von der „zweiten Geburt“.» (Renold 2009, S. 8)

Bevor heute ein Jugendlicher die Rolle als Lernender einnehmen kann, wird von den meisten Lehrbetrieben der Multicheck®Junior verlangt. Das ist in der Schweiz der grösste Anbieter für berufliche Eignungsabklärungen und Kompetenzanalysen, wie sie auf http://www.multicheck.ch schreiben. Es werden Logik, Problemlösung, Merkfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und die Konzentrationsfähigkeit getestet. Die Auswertung zeigt neben dem Bildungsstand auch das Potenzial des Jugendlichen für sechs Berufsfelder mit insgesamt über 70 Einzelberufen. Wer die Wahl hat, hat die Qual!

Leider gibt es keinen Garant, dass der Lernende den für sich richtigen Beruf wählt. Aufgrund der teilweise fehlenden Lehrstellen ist ein Jugendlicher oft auch einfach froh, wenn er eine Lehrstelle gefunden hat. So bestätigen mir das auch einzelne Lernende aus meiner Arbeit als Coach Berufsbildung, die das Lehrverhältnis während unserer Zusammenarbeit abgebrochen und in einem anderen Beruf Fuss gefasst haben.

Im Wegweiser durch die Berufslehre des SDBB Verlags steht: «“Die lernende Person hat alles zu tun, um das Lehrziel zu erreichen.“ Daraus ergibt sich, dass sie die Berufsschule und die überbetrieblichen Kurse besucht und am Ende der beruflichen Grundbildung die Abschlussprüfung absolviert.» und «Wie die übrigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben die Lernenden Anspruch auf Wahrung ihrer physischen und psychischen Gesundheit (Unfallverhütung, Gesundheitsprävention, Schutz vor sexuellen Übergriffen).» (2005, S. 20)

Ein Lernender kann sich während der Ausbildungszeit jedoch nicht nur auf das Lernen konzentrieren, denn wie Sarah Zanoni auch schreibt, entwickelt sich ein Jugendlicher während dieser Zeit nicht nur körperlich sondern auch geistig und psychisch enorm. Im Lernenden befindet sich eine Baustelle, die mehrere Jahre dauert und das künftige Leben zudem grundlegend prägt. (Renold 2009, S. 21 ff) Thomas Sonnenberg schreibt in seinem Buch Die Ausreisser, dass für ein gesundes Wachstum der psychischen und physischen Kräfte die Achtung, Liebe, Zärtlichkeit, Geborgenheit, körperliche Wärme und Nähe gebraucht werden. (Die Ausreisser, 2010, S. 168)

Rudolf Dreikurs erklärt im Buch Grundbegriffe der Individualpsychologie: „Von der Pubertät an ergeben sich für jeden Menschen eine ganze Reihe verschiedenartiger Ziele, die sich jeder selbst setzt, um unter den gegebenen Verhältnissen seinen Wert, seine Geltung zu behaupten oder zu erringen.“ (2009, S. 74) Ein Ziel, das auch ein Lernender verfolgt um einen Platz in der Gesellschaft zu finden.

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Der Sprung in die Erwachsenenwelt

Liebe Eltern von Wohlenschwil

Das Wissen darüber, wie Lernende funktionieren und was ihnen wichtig und unwichtig ist, bringt alle beteiligten Personen im Rahmen einer Berufsausbildung weiter. Vor allem wenn betriebliche und schulische Leistungen nachlassen ist richtiges Handeln wichtig.

Gerne stehe ich Ihnen als Mitglied von Eltern Wohlenschwil für gezielte Fragen und Antworten rund um die anstehende oder laufende Berufsbildung unter d.delsole@keda.ch persönlich und vertraulich zur Verfügung.

In regelmässigen Abständen nehme ich auf Eltern Wohlenschwil Stellung zu aktuellen Themen aus meiner täglichen Arbeit als Ausbilderin und Coach von Lernenden und Berufsbildnern in der Berufsbildung. Ich lade Sie ein aktiv an der Themenwahl meiner Fachbeiträge mitzuwirken. Schreiben Sie mir ein E-Mail an d.delsole@keda.ch.

Sonnengruss von Dania Del Sole